Ratgeber

Lamellendach mit Seitenwänden erweitern

Veröffentlicht am 23. Mai 2026
Lamellendach mit Glasschiebewänden und Senkrechtmarkise für die Terrasse

Lamellendach mit Seitenwänden erweitern: Der maximale Allwetter-Schutz für Ihre Terrasse

Ein Lamellendach mit Seitenwänden wie rahmenlosen Glasschiebewänden oder textilen Senkrechtmarkisen transformiert eine offene Terrasse в einen flexiblen, bioklimatischen Sommergarten, der optimal vor Wind, Schlagregen, Kälte und tiefstehender Sonne schützt. Durch diese modulare Erweiterung lässt sich die Nutzungsdauer der Terrasse im Frühling und Herbst erheblich verlängern, während die integrierte Steuerung der Aluminium-Lamellen für eine perfekte Luftzirkulation sorgt. Je nach System liegt die Investition für Seitenwände bei ca. 1.200 bis 4.500 Euro.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche Optionen sich am besten nachrüsten lassen und wie Sie den maximalen Komfort aus Ihrem Lamellendach herausholen.


Zwei Welten: Glasschiebewände vs. Senkrechtmarkisen (Zipscreens)

Wenn es um den seitlichen Schutz eines bioklimatischen Lamellendachs geht, stehen zwei grundlegend verschiedene Systeme im Fokus. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben im Alltag und können bei Bedarf auch miteinander kombiniert werden. Die folgende Tabelle zeigt den direkten Vergleich:

Kriterium Rahmenlose Glasschiebewände Textile Senkrechtmarkisen (Zipscreens)
Primäre Funktion Vollständiger Wind- und Regenschutz (Kaltwintergarten-Effekt). Sonnenschutz, Blendschutz und Sichtschutz.
Materialität 10 mm Verbund- oder Einscheibensicherheitsglas (ESG). Reißfestes, UV-beständiges Glasfaser- oder Polyestergewebe.
Lichteinfall 100 % transparent (freier Blick in den Garten bleibt erhalten). Je nach Tuchart transparent, halbtransparent oder blickdicht.
Windstabilität Extrem hoch (hält auch schweren Herbststürmen stand). Sehr hoch dank seitlicher Reißverschlussführung (bis ca. 60 km/h).
Flexibilität Segmente werden auf Schienen seitlich zusammengeschoben. Motorisiertes Ein- und Ausfahren per Knopfdruck oder App.

Die Vorteile der Kombination im Detail

Warum entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer in Hessen für ein Lamellendach mit integrierten Wandelementen? Das Geheimnis liegt in der Flexibilität der Klimasteuerung:

1. Schutz vor dem gefürchteten Treibhauseffekt

Klassische Wintergärten aus Glas neigen im Sommer zu extremer Hitzeentwicklung. Ein Lamellendach löst dieses Problem durch das Öffnen der Aluminium-Lamellen nach oben – die heiße Luft entweicht sofort (Kamineffekt). Werden nun zusätzlich an den Seiten Senkrechtmarkisen heruntergefahren, bleibt die Terrasse angenehm kühl, schattig und perfekt belüftet.

2. Der Sommergarten-Effekt im Herbst

Sobald im September die Temperaturen in Regionen wie Hanau oder Frankfurt sinken, wird es unter einem rein offenen Dach ungemütlich. Werden jedoch rahmenlose Glasschiebewände geschlossen, reicht oft schon die minimale Restwärme der tiefstehenden Sonne aus, um den Raum auf angenehme Temperaturen aufzuheizen. Die Terrasse wird zum vollwertigen Wohnraumersatz von März bis November.


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Technische Voraussetzungen für die Nachrüstung

Ein hochwertiges Lamellendach aus stranggepresstem Aluminium ist statisch von Vornherein so konstruiert, dass es die Lasten von Seitenwänden aufnehmen kann. Dennoch müssen beim Einbau drei technische Faktoren beachtet werden:

  • Die Fundamente: Glasschiebewände bringen ein hohes Eigengewicht auf den Boden. Die untere Laufschiene muss auf einem absolut waagerechten, frostfreien Fundament oder einer stabilen Betonplatte aufliegen, damit die Scheiben dauerhaft leichtgängig gleiten.
  • Integrierte Kabelführung: Motorisierte Zipscreens benötigen Strom. Bei Premium-Systemen von Lemgres sind die Kabelkanäle unsichtbar in den Stützpfosten und Querstreben des Lamellendachs integriert. Das sorgt für eine cleane Optik ohne sichtbare Aufputz-Kabel.
  • Smart-Home-Kopplung: Wenn Sie Ihre Seitenwände automatisieren möchten, empfiehlt sich die Nutzung von intelligenten Wind- und Sonnenwächtern. Registriert der Sensor zu starken Wind, fahren die Textilmarkisen automatisch ein, um Beschädigungen am Tuch zu verhindern.

Sergey Melnik - Lamellendach Experte

Über den Autor: Sergey Melnik

Sergey Melnik ist der technische Leiter und Gründer von Lemgres. Er hat sich auf die Transformation von einfachen Terrassendächern in ganzjährig nutzbare Outdoor-Wohnräume spezialisiert. Seine technischen Detaillösungen garantieren höchste Stabilität und Langlebigkeit der Schiebe- und Beschattungssysteme.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Lamellendach-Seitenwänden

Kann man Seitenwände an jedem Lamellendach nachrüsten?

Bei hochwertigen Aluminium-Konstruktionen ist die nachträgliche Montage von Glasschiebewänden oder Zipscreens in der Regel problemlos möglich, da die Rahmenprofile für diese Lasten ausgelegt sind. Bei günstigen Baumarkt-Bausätzen fehlt oft die nötige Verwindungssteifigkeit im oberen Querrahmen.

Sind Glasschiebewände am Lamellendach absolut wasserdicht?

Rahmenlose Glasschiebewände bieten einen hervorragenden Schutz vor Wind und normalem Regen. Da es sich jedoch um ein unisoliertes System handelt (Kaltwintergarten), gibt es minimale Spalte zwischen den Glasscheiben. Bei extremem Schlagregen können einzelne Wassertropfen durchdringen. Für absolute Dichtigkeit können optionale Bürstendichtungen an den Glasüberständen montiert werden.

Bieten Senkrechtmarkisen auch Schutz vor Wind?

Moderne Senkrechtmarkisen mit Zip-System (Reißverschlussführung in den Seitenschienen) sind extrem windstabil. Sie fungieren als effektiver Windbrecher und verhindern unangenehme Zugluft auf der Terrasse. Bei schweren Sturmwarnungen sollten sie jedoch komplett eingefahren werden.


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